🔒 6 Smart Lock Technologien und ihre Vorteile

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Smart Locks öffnen mit Bluetooth, NFC und anderen Technologien. Die Auswahl ist riesig – und ohne Beratung schwer. In diesem Artikel sprechen wir über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Technologien.

Updated
06. 09. 2019

In den letzten Jahren haben dutzende Anbieter weltweit hunderte von Smart Lock Produkten veröffentlicht - sie öffnen mit Bluetooth, NFC, über das Internet, sogar mit Licht. Das Angebot ist unübersichtlich und verwirrt schnell. Wir werfen einen Blick auf gängige Smart Lock Technologien und ihre Vorteile.

Herkömmliche Schlüssel sind für Unternehmen aufwändig zu verwalten - und teuer, wenn bei Verlust Schlösser ersetzt werden müssen. Smart Locks lösen diese Probleme.

Herkömmliche Schlüssel sind für Unternehmen aufwändig zu verwalten - und teuer, wenn bei Verlust Schlösser ersetzt werden müssen. Smart Locks lösen diese Probleme. Wir helfen Immobilienunternehmen, Technologie wie Smart Locks zu ihrem Vorteil einzusetzen.

In diesem Artikel betrachten wir alle gängigen Technologien, die ermöglichen, dass ein Schlüssel digital und sofort zugestellt wird: Bluetooth, NFC, Internet, Licht, PIN und QR-Codes.

1. Bluetooth

Bluetooth (auch 'BLE' - steht für Bluetooth Low Energy) ist bis heute einer der besten Wege, möglichst viele Smartphones mit Smart Locks zu verbinden – weil Bluetooth auch offline, also ohne Internet, funktioniert. Die Verbindung mit dem Schloss klappt so immer, egal wo man ist: Im Keller, in der Garage, oder ohne Internetverbindung als Tourist im Ausland.

Eines der ersten Einsatzgebiete von Bluetooth-Schlössern war in der Hotellerie, dormakaba war einer der Pioniere in der Branche. Mittlerweile gibt es schon Bluetooth-Schlösser mit zahlreichen Anwendungen - und das nicht nur für Türen: Auch Lifte und Tore können über Bluetooth-fähige Smart Locks ausgelöst werden.

Vorteile

  • jedes Smartphone hat Bluetooth
  • funktioniert offline, ohne Internet

Nachteile

  • BLE-Schlösser unterstützen alte Telefone nicht

Unsere Tipps: Enterprise-Kunden setzen auf Lösungen der Schweizer dormakaba, die mittlerweile mehrere Bluetooth-fähige Produktlinien führen. Auch die Spanier Salto Systems haben mit ihrem XS4-System ein Bluetooth-basiertes Schlosssystem veröffentlicht. Das Wiener Startup TapKey hat eine gute API und spannende Plattform, für die immer mehr verschiedene Schlösser verfügbar werden.

Fazit: Mit Bluetooth-basierten Schlössern kann man nicht viel falsch machen. Für einzelne Kunden könnte es nicht funktionieren – der Großteil wird aber zufrieden sein.

2. NFC (Near Field Communication)

Lange Zeit war NFC für Smart Locks nur auf Android frei verfügbar. Seit 2018 erlaubt Apple auch App-Entwicklern die Nutzung von NFC für Smart Locks - aber nur langsam. Es ist wahrscheinlich, dass es noch Jahre dauern wird, bis NFC sowohl auf Android wie auch Apple breit verfügbar sein wird.

Vorteile

  • sicher & verlässlich
  • funktioniert offline, ohne Internet

Nachteile

  • fehlt auf vielen Smartphones
  • wenige Smart Locks unterstützen Öffnung via NFC-Smartphone

Fazit: Sichere und verlässliche Technologie, aber mit geringer Verbreitung. Wer allen seinen Kunden Zutritt per Telefon geben möchte, muss neben NFC noch eine zweite Technologie unterstützen, die weiter verbreitet ist.

3. Internet

Die Öffnung per Internet war naheliegend: Schon vor Bluetooth und NFC war Internet auf jedem Gerät verfügbar – auf Handys und Computern.

Vorteile

  • funktioniert mit jedem Internet-fähigen Gerät

Nachteile

  • benötigt zum Öffnen eine Internet-Verbindung

Die Methode hat aber einen großen Nachteil: Die Internet-Verbindung muss immer aufrecht sein. Im Keller, der Garage oder im Ausland ohne Datenverbindung wird die Öffnung via Internet unmöglich. Ein installiertes WLAN schafft Abhilfe - aber macht die Bedienung komplizierter.

Wir kennen in Europa nur einen Anbieter, der voll auf Internet-basierte Öffnung setzt: Das Berliner Startup KIWI wächst konsequent mit seinen Smart-Lock-Lösungen für die Wohnungswirtschaft.

Fazit: Schlaue Lösung, aber die Abhängigkeit vom Internet ist ihr Schwach­punkt. Nur einsetzen, wenn sicher ist, dass der Kunde immer eine Internet-Verbindung hat - kann man das garantieren?

4. QR-Codes

Anwender nutzen lieber Technologien, die sie schon kennen – und jeder, der für seinen Flug einen mobilen Boarding Pass erhalten hat, hat auch schon QR auf dem Smartphone verwendet - so einfach ist es dann auch, diesen Typ von Smart Lock zu verwenden. QR-Codes können auf 2 Arten genutzt werden:

  • QR Code wird aufgeklebt. Der Benutzer scannt mit einer App einen auf die Tür geklebten QR-Code. Die App öffnet das Schloss dann über das Internet – was eine Internet-Verbindung am Handy erfordert.
  • QR Code wird in der App generiert. Vor Ort wird eine Kamera verbaut. Der Benutzer hält den in der App generierten QR-Code vor die Kamera, die das Schloss direkt auslöst. Diese Variante funktioniert auch ohne Internet-Verbindung.

Vorteile

  • vertraute Handhabung

Nachteile

  • benötigt Verkabelung
  • QR-Codes können kopiert werden

QR-Codes werden vor allem für temporären Zutritt eingesetzt. Grund dafür ist ihr Schwachpunkt: QR-Codes können einfach kopiert und wieder verwendet werden – und nicht jeder Hersteller hat eine Lösung dafür.

EntranceManager, Bluefield und Total Security bieten Schlösser an, die auch QR-basierte Öffnung unterstützen.

Fazit: Einfach zu bedienen, weil jeder Anwender QR-Codes kennt. Wollen Sie QR-Codes als Dauerlösung einsetzen, dann achten Sie darauf, dass Ihr Lieferant eine Lösung hat, die gegen das Kopieren von QR-Codes schützt.

5. Licht

Mit dieser Lösung geht der Hersteller FSB neue Wege: Auf dem Telefon wird eine Farbsequenz abgespielt, die von einem RGB-Sensor am Schloss ausgelesen wird. Die App läuft in jedem Browser.

Vorteile

  • kein Verbindungsaufbau nötig wie bei NFC oder Bluetooth
  • keine App nötig – Website reicht

Nachteile

  • Schloss muss berührt werden

Derzeit hat FSB drei verschiedene Schlossformate im Angebot: Einen Knauf, eine Klinke und einen Wandleser. Durch die Kooperation mit anderen Herstellern von Zutrittslösungen wird die Produktpalette weiter ausgebaut.

Fazit: Die Methode ist jedem Benutzer neu, aber schnell gelernt, sicher und auch ohne App-Installation nutzbar.

6. PIN

Der PIN-Code ist der Klassiker in unserer Liste von Zutrittstechnologien – Zutritt mit PIN-Code gab es schon lange vor dem Smartphone Anwend­ung­en für PIN-Codes finden man heute in allen Zutrittsszenarien vom Büro bis zum Fitnessstudio.

Vorteile

  • braucht kein Telefon
  • vertraute Handhabung

Nachteile

  • hohe Kosten pro Schloss
  • verfügbare Systeme veraltet

Anbieter wie PTI, BearBox und Paxton bieten robuste PIN-Schlösser an, die besonders für den Außenbereich geeignet sind. Wer eine günstigere Lösung sucht kauft das weniger robuste Nuki Smart Lock mit Keypad-Erweiterung.

Fazit: Alt, aber gut. Wer eine einzelne Tür ausstatten will, sollte nicht lange überlegen und PIN-Codes wählen. Sind es aber mehrere, dann wählen Sie eine günstigere Technologie wie Bluetooth.

Welche Technologie ist die beste?

Jede Technologie hat ihre Stärken und Schwächen: NFC ist sicher, aber wenig verbreitet. Bluetooth ist auf allen Geräten verfügbar, arbeitet aber nicht immer korrekt. QR- und PIN-Codes werden von jedem verstanden, können aber kopiert werden. Die perfekte Lösung gibt es noch nicht.

Die perfekte Lösung gibt es noch nicht. Starten Sie bei der Auswahl immer bei ihrem Bedarf: Was brauche ich? Was ist mein Prozess? Mit einem klaren Ziel vor Augen arbeiten sie sich dann zurück - zu den Schlössern.

Starten Sie bei der Auswahl immer bei ihrem Bedarf: Was brauche ich? Was ist mein Prozess? Mit einem klaren Ziel vor Augen arbeiten sie sich dann zurück - zu den Schlössern. Oft gibt die eingesetzte Software schon vor, welche Systeme man überhaupt nutzen kann.

Vom Autor
Sebastian Kerekes, Consultant & CEO

Sebastian Kerekes
Consultant & CEO

“Das richtige Smart Lock für ihr Projekt? Die Technologie ist nur ein Teil davon. Wir helfen Unternehmen, richtig zu wählen.”

Smart Lock Plattformen sind eine Mischung aus Hardware, Software und Lizenzmodellen. Wir helfen Unternehmen bei der Auswahl und Integration in bestehende IT-Systeme und Prozesse. Was ist ihre Herausforderung?