Smart Locks für Self-Storage: 5 Fehler, die kosten 💰🔥

Mit Smart Locks für Self Storage buchen Kunden schneller und das Personal wird entlastet. Das lohnt sich – aber Achtung beim Kauf! Wir zeigen 5 schwere Fehler – und verraten, wie man sie vermeidet.

Updated
25. 06. 2018

In den letzten Jahren haben Smart Locks den Self-Storage-Markt betreten: Kunden wollen ihre Boxen sofort und ohne Papierkram. Schlaue Startups wie die die Wiener Storebox oder das Self-Storage in Wolfhausen, ExtraPlatz, zeigen vor, wie die Zukunft aussieht: Online buchen, sofort einziehen, öffnen mit dem Handy.

Probleme mit der Technik ärgern Kunden und schaden dem Umsatz – wenn es gar nicht mehr klappt, müssen Schlösser und Tore in einer Anlage ausgetauscht werden.

Smart Locks sind der Schlüssel zu diesem Geschäft. Wer falsch einkauft, zahlt drauf: Probleme mit der Technik ärgern Kunden und schaden dem Umsatz – wenn es gar nicht mehr klappt, müssen Schlösser und Tore in einer Anlage ausgetauscht werden. Fehler bei der Auswahl kosten viel Geld.

Hier sind 5 Fehler bei der Anschaffung eines Smart-Locks für Self-Storage, die sie um keinen Preis machen sollten:

Fehler #1: Finger weg von NFC

Wer Smart Locks via App am Smartphone öffnen will hat drei Möglichkeiten: Internet, Bluetooth 4.0 (auch "BLE" – Bluetooth Low Energy – genannt) und NFC (Near Field Communication). Die Technologien unterscheiden sich in vielen Details – das wichtigste ist die Marktverbreitung:

Internet ist auf jedem Telefon verfügbar, Bluetooth 4.0 Chips werden seit 2011 verbaut und sind somit in aktuellen Geräten vorhanden. NFC ist seit Jahren problematisch: Apple wehrt sich seit vielen Jahren gegen die Verwendung durch andere Unternehmen und gibt keinen Zugang zu NFC. Das soll sich mit iOS 12 zwar ändern, für den Moment heisst es trotzdem: Wer NFC nutzt, verliert alle Apple-User, und spricht nur Android-Nutzer mit Top-Geräten an.

Sie wollen möglichst vielen Kunden die Öffnung per Handy ermöglichen? Smarte Self-Storages, die auf NFC setzen, erreichen kaum Kunden – bis jedes Smartphone NFC beherrscht, werden noch ein paar Jahre vergehen. Bluetooth und Internet hat aber jedes Smartphone – setzen Sie bei Smart Locks darauf, um möglichst viele Kunden zu erreichen.

Fehler #2: teure Verkabelung

Im Internet vergleichen die Kunden Angebote knallhart: gesucht wird mit Google, die ersten paar Ergebnisse werden verglichen. Die richtige Mischung aus Lage und Preis gewinnt. Achten Sie beim Bau auf die Kosten:

Smart Locks können 600 € und mehr kosten. Kommen Verkabelung und aufwändige Installation hinzu, steigen die Errichtungskosten pro Box auf bis zu 1000 €. Die Konkurrenz, konventionelles Self-Storage, lässt den Kunden sein Vorhängeschloss selbst mitbringen – und verkauft es ihm noch.

Achten Sie bei der Smart-Lock-Auswahl auf den Preis: Hersteller wie dormakaba, Salto oder TapKey verkaufen günstige Schlosssysteme, die sich einfach montieren lassen und auf Verkabelung verzichten. Derzeit sind Kosten von 300 €/Box realistisch – für die kommenden Jahre erwarten wir für Self-Storage Lösungen für unter 100 €.

Fehler #3: im Notfall ausgesperrt

Irgendwann passiert es: Das Schloss reagiert nicht aufs Handy, die Batterie ist nicht schuld – die Elektronik ist defekt! Wie kommt mein Kunde jetzt in seine Box? Lässt sich das Schloss nur mit dem Handy öffnen müssen Schloss und Tür zerstört werden, um die Box betreten zu können. Das macht das billige Schloss plötzlich teuer.

Lässt sich das Schloss nur mit dem Handy öffnen müssen Schloss und Tür zerstört werden, um die Box betreten zu können.

Gute Schloss-Systeme haben ein Notöffnungssystem – wie einen versteckten mechanischen Zylinder. Fällt die Elektronik aus, öffnet man als Betreiber auf herkömmliche Art mit einem mechanischen Schlüssel. Sobald die Tür geöffnet ist, lässt sich das Schloss austauschen und reparieren.

Fehler #4: nur an das Box-Schloss gedacht

“No man is an island” und kein Schloss existiert für sich allein: Auf dem Weg zu Ihrer Anlage öffnet der Kunde nicht nur seine Box: Was ist mit dem der Garageneinfahrt oder dem Haus­ein­gang, dem Lift und anderen Hindernissen?

Wer als Self-Storage-Anbieter in bestehende Gebäude einzieht kann nicht immer entscheiden, welche Tore und Türen zwischen Haus­ein­gang und Self-Storage liegen. Viele Smart-Lock-Systeme aus dem Consumer-Bereich sind günstig, aber nur in einer Form lieferbar – sie lassen sich an der Box montieren, aber nicht am Haustor.

Beachten Sie bei der Auswahl eines Systems, durch welche Türen Ihre Kunden gehen müssen, bis Sie zu bei Ihrer Box ankommen. Ein gutes System sollte mindestens zwei Arten von Zutritts­kom­po­nen­ten enthalten: Das Schloss für Ihre Box und ein Wandlesegerät, das ein Signal vom Handy empfangen kann, um über Kabel angebundene Zutritts­kom­po­nen­ten anzusteuern – den Haus­eingang, das Garagen­tor oder einen Lift.

Fehler #5: Software nicht geprüft

Kauft man Smart Locks, sieht man auf den ersten Blick nur die Hälfte: Die Hardware. Bei der "unsichtbaren" Software dahinter wird es ohne technischer Hilfe schwierig zu vergleichen: Laufende Kosten, verschiedene Software­archi­tek­turen, Erweiterbarkeit des Systems. Wer das falsche System einkauft, kann es zwar anbinden, aber die Kosten explodieren mit der Anbindung und dem Betrieb.

Wo man bei einem Hersteller mit 100 € Lizenzkosten pro Jahr unbegrenzt viele Schlösser anbinden kann, zahlt man bei einem anderen das gleiche – pro Schloss.

Wo man bei einem Hersteller mit 100 € Lizenzkosten pro Jahr unbegrenzt viele Schlösser anbinden kann, zahlt man bei einem anderen das gleiche – pro Schloss. Bei den Integrationskosten verhält es sich ähnlich: Das eine System ist mit wenigen Klicks angebunden, das andere mit vielen Tagen Arbeit und hohen Kosten im Betrieb.

Werfen Sie beim Einkauf eines Smart-Lock-Systems einen guten Blick auf die Software und die zwei Stolpersteine Lizenz- und Integrationskosten.

Vom Autor
Sebastian Kerekes, CEO & Consultant @ Karibu

Wir arbeiten seit 2014 mit Smart Locks & Self-Storage. Kommentieren Sie weiter unten oder nehmen Sie Kontakt auf.

Sebastian Kerekes
CEO & Consultant

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