Smart-Locks für Self-Storage: 5 teure Fehler beim Kauf

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Wer nicht beim Kauf prüft, ob ein Smart-Lock zu den Abläufen im eigenen Self-Storage passt, muss es später teuer ersetzen.

Start-ups haben gezeigt, in welche Richtung die Self-Storage-Branche geht: Online buchen, sofort einziehen und öffnen mit dem Handy. Smart-Locks machen es möglich.

Smart-Locks sind komplexe Systeme aus Software und Hardware. Fehler bei der Auswahl können sich erst Jahre später zeigen. Gute Planung und ein kritischer Vergleich schützen davor, typische Fehler zu vermeiden.

Fehler #1: Nicht auf Schloss-Defekte vorbereitet

Irgendwann passiert es: Das Smart-Lock ist defekt! Wer das nicht eingeplant hat, lässt sich von seinem frustrierten Kunden mit diesem Problem überraschen. Jetzt ist eine schnelle, saubere Lösung schwer – immerhin betreten die meisten Kunden ihr Storage Abends oder am Wochenende. Eile ist nötig, aber die Helfer sind nicht erreichbar.

Smart-Locks haben Defekte. Wer nicht dafür plant, hat plötzlich am Samstag Abend einen verägerten Kunden am Telefon – und kurzfristig keine Lösung parat.

Defekte können verschieden auftreten und gelöst werden. Wichtig ist gute Vorbereitung. Denken Sie beim Bau verschiedene Lösungen durch. Hier sind drei davon:

  • Alternative Elektronik: Einige Smart-Locks lassen sich auf zwei Arten elektronisch öffnen, zum Beispiel per Handy und einer Karte, wie im Hotel. Öffnet das Handy nicht, kann man es noch mit der Karte versuchen – mit etwas Glück war nur ein Teil der Elektronik defekt.
  • Mechanischer Zylinder: Die Türen an Self-Storage-Boxen nehmen normalerweise kein Schloss auf, wie man es aus der Wohnung kennt. Trotzdem passen manche Self-Storage-Betreiber ihre Türen lieber an, um einen mechanischen Zylinder zu verbauen, der sich im Notfall verlässlich öffnen lässt.
  • Schloss oder Tür zerstören: Auch das ist eine Option. Spielen Sie alle Varianten durch: Wie öffnen Sie schnell, aber mit geringsten Kosten? Halten Sie das nötige Werkzeug vor Ort bereit.

Die Frage ist nicht, ob ein Schloss defekt wird, sondern wann. Ersparen Sie sich das Chaos von kurzfristigen Lösungen. Denken Sie sich durch, wie Sie Defekte früh erkennen, wie man in dringenden Fällen reagieren kann, und welcher Helfer, Ersatzteile und Werkzeuge Sie vor Ort brauchen.

Fehler #2: Neue Einnahmequellen ignoriert

Das größte Problem mit herkömmlichen Schlössern ist der Schlüsselverlust: Verliert man einen Generalschlüssel, muss man alle mechanischen Zylinder ersetzt werden. Smart-Locks lösen dieses teure Problem, indem Schlüssel digital am Handy liegen, und Zutrittsrechte leicht erteilt und entzogen werden können. Wer ein Smart-Lock kauft, will vor allem dieses Problem lösen – und übersieht, dass sich mit einem Smart-Lock auch Geld verdienen lässt.

Folgende bezahlten Zusatzleistungen sind mit Smart-Locks möglich:

  • 24/7-Zugang: Wer im Coworking zu Bürozeiten betreten will, zahlt die Standardmiete, wer Zugang rund um die Uhr will, zahlt extra. Das Modell lässt sich im Self-Storage gut übernehmen.
  • Extra-Schlüssel: Mit Smart-Locks kann man Schlüssel teilen, mit Freunden, Familie, oder Mitarbeitern. Ein Zutrittsrecht ist in der Miete inkludiert, jedes weitere wird bezahlt.
  • Alarm: Hat das Smart-Lock einen "Tür-offen"-Sensor, kann ein Alarm ausgelöst werden. Mieter zahlen für das gute Gefühl, sicher zu lagern.
Mit Smart-Locks lässt sich Geld verdienen, mit Leistungen wie Zugang rund um die Uhr, Schlüssel für Mitarbeiter, oder Alarmfunktion.

Vorsicht bei der Umsetzung: Lässt man den Kunden Zuatzleistungen per Telefon oder E-Mail anfragen, übersteigen die Kosten für den Kundendienst schnell den Zuverdienst. Die Lösung? Selbstbedienung! Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, Zusatzservices über Ihre Website zu ändern. Das geht rund um die Uhr, ohne Wartezeit, und spart Ihren Mitarbeitern wertvolle Zeit – erst das macht den Service richtig rentabel.

Wer Smart-Locks teuer einkauft, sollte die Schlösser für sich arbeiten lassen. Schaffen Sie sich neue Einnahmequellen.

Fehler #3: Auf die falsche Technologie gesetzt

Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Handy zu öffnen: Bluetooth, NFC und Internet sind drei davon. Jede dieser Technologien löst andere Probleme. Welches Schloss das beste für den eigenen Betrieb ist, hängt davon ab, wie die Prozesse ablaufen:

  • Fernöffnung: Sollen Mitarbeiter Kunden die Box aus der Entfernung öffnen können? Dann braucht Ihr Smart-Lock einen Internet-Anschluss – per SIM oder Kabel.
  • Offline-fähig: Der Kunde ist im Lager und hat kein Internet, öffnen soll er trotzdem können. Bluetooth-basierte-Schlösser lassen sich aucch dann mit dem Handy öffnen, wenn die Internet-Verbindung fehlt.
  • Breite Verfügbarkeit: Wer soll öffnen können – nur Kunden mit Smartphones, oder auch solche mit einem einfachen oder keinem Handy? Wer jedem Benutzer den Zutritt ermöglichen will, wählt PIN- oder QR-Codes.

Nicht jeder Self-Storage-Anbieter will alles unterstützen: Die Fernöffnung kann rechtlich problematisch sein, so mancher verzichtet bewusst auf die Möglichkeit und nimmt seinen Kunden in die Verantwortung, das Handy auch immer mitzunehmen. Auch breite Verfügbarkeit ist kein Muss. Wer davon ausgehen kann, dass alle seine Kunden ein Smartphone verwenden, kann auf modernere Technologien als PIN-Codes setzen.

Kann ich das Schloss aus den Entfernung öffnen? Kann man die Tür öffnen, auch wenn der Internet-Empfang fehlt? Bluetooth, NFC, Internet oder PIN – die gewählte Smart-Lock-Technologie bestimmt, was beim Öffnen möglich ist, und was nicht.

Jede Technologie erlaubt das eine, aber schließt das andere aus. Gehen Sie die Entscheidung bewusst ein und vergleichen Sie Smart-Lock-Technologien und Ihre Vor- und Nachteile schon vor dem Kauf des Smart-Locks.

Fehler #4: Tore, Türen & Lifte vergessen

Auf dem Weg zum Lagerabteil muss Ihr Kunde durch Tore, Türen, Aufzüge – und will alle mit dem Handy öffnen. Das Smart-Lock, dass an Ihr Lagerabteil verbaut wird, kann hier aber nicht immer montiert werden. Hinzu kommt, dass man sich als Self-Storage-Anbieter das Gebäude mit anderen Mietern teilt. Das Schloss am Haupteingang kann nicht einfach getauscht werden. Denn während Ihre Kunden mit dem Handy öffnen, sollen andere Mieter weiter betreten können, wie bisher.

Als Self-Storage-Betreiber brauchen Sie ein Smart-Lock-System für Gewerbe, das mit einer breiten Produktpalette verschiedene Zutrittsprobleme löst. Diese zwei Komponenten braucht jedes Smart-Lock-System:

  1. Smart-Lock für die Box: Kann ein Knauf, Beschlag, Vorhänge-, Möbel- oder Schrankschloss sein. Jedes Schloss lässt sich verbauen, mit verschiedenen Vor- und Nachteilen.
  2. Wandlesegerät: Ein Wandleser empfängt ein Signal vom Handy und sendet dann einen elektrischen Impuls, über den man Elektro-Türöffner, Garagentore und Lifte ansteuert.

Bei der Planung konzentriert man sich gerne auf das Lagerabtel selbst – und übersieht schon mal andere Türen, durch die der Kunde auf dem Weg zu seiner Box muss. Planen Sie diese ein, und denken Sie an künftige Standorte vor.

Fehler #5: Das erstbeste Schloss gekauft

Jedes Smart-Lock hat seinen Markt. Als Self-Storage-Entwickler entwickelt man Neues und hebt sich oft von der Masse der Kunden ab, die der Hersteller normalerweise bedient. Verkäufer haben keine Freude damit, denn Sie wollen sich nicht in neues reindenken, sondern Schlösser verkaufen.

Viele Anwender von Smart Locks im Self-Storage arbeiten mit dem zweiten oder dritten Produkt, und das oft nicht freiwillig. Technische Einschränkungen machen geplante Abläufe unmöglich, Unzuverlässigkeit und geringe Benutzerfreundlichkeit frustrieren die Kunden. Die Self-Storage-Betreiber bereuen ihre schnelle Entscheidung. Eine falsche Wahl kann dazu führen, dass man alle Schlösser teuer tauscht.

Es gibt Hunderte Smart-Lock Anbieter, aber nur wenige auf dem Self-Storage Markt. Prüfen Sie diese Alternativen, um bessere Lösungen zu finden.

Smart-Locks, die heute für Self-Storage beworben werden, sind nicht Ihre einzige Option. Sehen Sie sich nach Alternativen um – viele Schlösser können für Self-Storage adaptiert werden, und die Hersteller sind daran interessiert. Eine gründliche Suche zu Beginn kann das bessere Schloss finden.

Gründliche Planung vermeidet Fehler

Unser wichtigster Tipp: Planen sie gründlich! Sie bauen ein automatisiertes Self-Storage und wollen, dass es ohne Personal reibungslos funktioniert. Mit einem klaren Plan in der Hand entscheiden Sie mit Klarheit und Sicherheit. Fehlt er, sind teure Fehler die Folge.

Wer sich vor der Umsetzung in den Betrieb reindenkt und gründlich plant, setzt sein Digitalisierungs­projekte kontrolliert um und spart sich Chaos im Betrieb.

Smart-Locks für Self-Storage stecken noch in den Kinderschuhen. Denken Sie daran: Als Pionier befinden sich auf Neuland. Wer Neues baut, baut abseits von Standardlösungen. Die Lösungen sind irgendwo da draußen. Sie müssen Sie nur finden, verstehen und richtig kombinieren.

Über den Autor
Sebastian Kerekes, Consultant & CEO

Sebastian Kerekes ist IT-Berater mit über 15 Jahren Erfahrung in der Umsetzung von IT-Projekten. Als Geschäftsführer von Karibu hilft er Immobilien­unter­nehmen bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienst­leistungen, und hat so Self-Storage-Anlagen, Parkhäuser und Stadtquartiere erfolgreich digitalisiert.